GiB Hannover
GiB Hannover

gemeinnützige Gesellschaft für
integrative Behindertenarbeit mbH


GiB Zeit

Ein Kompliment fürs Konzept

„Eine solche Kita habe ich noch nicht kennengelernt. Ich bin äußerst angetan von der Atmosphäre. Es ist schön zu sehen, wie schwerstbehinderte Kinder mit Gleichaltrigen ohne Behinderung eine Gruppe bilden. Mein Kompliment für dieses Konzept“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bei seinem Besuch in der Kita Regenbogen.

Gemeinsam mit SPD-Vertreterinnen und -Vertretern aus der Bundes-, Regions- und Kommunalpolitik besuchte der Ministerpräsident seinen Wahlkreis und informierte sich in der GiB-Einrichtung zum Thema Inklusion. Bei seinem Rundgang durch die Kita und ihre neue Krippe konnte der Ministerpräsident hautnah das Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung im Alter von zwölf Monaten bis sechs Jahren erleben und zahlreiche Angebote für die Kinder einmal selbst ausprobieren.

Vor vier Wochen eröffnete die GiB unter dem Dach der Kita Regenbogen ihre erste Krippe. Mit einem außergewöhnlichen Konzept ging die Gruppe an den Start. Sie setzt sich aus zwölf Krippenkindern unterschiedlichster Herkunft und Religion zusammen. Zwei von ihnen haben eine Behinderung. Neben der neuen Krippengruppe gibt es die heilpädagogische Gruppe. Sechs Kinder mit Behinderung im Alter von drei bis sechs Jahren besuchen sie. „Alle bewegen sich unter einem Dach, jeder kann mit jedem spielen, jeder kann von jedem lernen. Kinder mit und ohne Behinderung, Jüngere mit Älteren, alles ist möglich, auch durch die Räumlichkeiten, die offene Türen vorsehen. Die Kinder haben die Chance, Vielfalt zu erleben“, erklärt Christine Voigt eine der Besonderheiten des neuen GiB-Angebotes. Voraussetzung für die Vielfalt und Buntheit ist die gelebte Haltung: Was bringt welches Kind mit? Danach richten sich die individuellen Angebote aus. „Wir sind froh, Eltern von Kindern mit Behinderung ein wohnortnahes Krippen- und Kitaangebot machen zu können. Dafür bringen wir 30 Jahre Erfahrung und Spezialwissen in der Integration von Kindern mit Behinderung mit und davon profitieren jetzt die Krippenkinder“, betont Christine Voigt.

Alle Kinder sind die Akteure ihrer Entwicklung und gelten als selbstständige und vielfältige Persönlichkeiten. „Wir geben ihnen Raum, Zeit und Struktur, sich in ihrer Entwicklung voll zu entfalten. Wir heißen alle Menschen in unserer Einrichtung willkommen. Wir berücksichtigen die kulturelle Identität der Kinder und ihrer Familien in unserer pädagogischen Arbeit. Wir beachten die Familiensprachen und suchen immer nach Möglichkeiten zur Verständigung mit nicht deutsch sprechenden Familien. Das gegenseitige Verstehen ist uns sehr wichtig“, erläutert Heike Plinke, Einrichtungsleitung der Kita „Elfriede Westphal“ und Kita Regenbogen die Konzeption.

Um dieses Angebot Eltern machen zu können, kämpfte die GiB über Jahre auf den unterschiedlichsten Ebenen. Parallel entstand ein jahrelanger, schmerzhafter Prozess des Abbaus von ursprünglich 36 Plätzen in der heilpädagogischen Kita Regenbogen auf nunmehr sechs Plätze. Offen ist die Frage: Wie kann bei fortschreitender Inklusion Kindern mit komplexen Behinderungen ein bedarfsgerechtes, inklusives Angebot gemacht werden?

Für Christine Voigt und Einrichtungsleitung Heike Plinke war dies daher auch eine Chance, mit dem Ministerpräsident vor Ort Fragen und Probleme in der Umsetzung des Inklusionsgedankens zu erörtern. „Wir wurden wahrgenommen mit unseren Erfolgen und Sorgen. Wir konnten darstellen, wie beschwerlich der Weg von einer heilpädagogischen Kita zu einer inklusiven Kita ist und wir konnten dem Ministerpräsidenten auch darstellen, dass Inklusion in Schule in Kita und Schule gelingen kann, wenn die individuellen Rahmenbedingungen für die Menschen mit Behinderung herzustellen sind“, dieses Fazit zog Christine Voigt. Dazu gehören nach Ansicht der pädagogischen Leitung auch qualifizierte Einzelfallhelfer, die interdisziplinär arbeiten. „Dies ist zurzeit im Rahmen der Finanzierung durch die Eingliederungshilfe nicht möglich“, beschreibt Christine Voigt einen Kritikpunkt.