GiB Hannover
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gemeinnützige Gesellschaft für
integrative Behindertenarbeit mbH


Neuer Büroraum für die Tafö

Computer sind nicht nur für die Freizeit da. Nein, im Alltag der Verwaltungsarbeit sind sie ein unverzichtbares Arbeitsmittel. Knapp 20 Prozent der Beschäftigten der Tafö Bothfeld nutzen PCs in der Tafö häufig. 

Zum großen Teil schauen sich diese Beschäftigten informative Bilder ihrer Lieblingsthemen im Internet an, aber auch eigene Fotos aus der Gruppe und Filme oder suchen Rezepte für das wöchentliche Kochen raus. Einige Beschäftigte nutzen den PC zur Textverarbeitung: Sie tragen Daten ein, erstellen Tabellen und schreiben Texte für die Tafö ab. 

Meik Viergutz zum Beispiel hat nach seinem Schulabschluss in der Tafö in Vahrenwald zuerst gelernt, mit dem PC umzugehen. Wie man Tabellen gestaltet, hat er sich größten Teils selbst beigebracht. Meik Viergutz ist die Arbeit am PC sehr wichtig. Nur ab und zu könnte er auf diese Arbeit verzichten. Er hat über der Tastatur einen Kasten aus Plexiglas mit etwa ein Euro großen Löchern über jedem Buchstaben. Mit diesem selbst konstruierten Hilfsmittel kann Meik Viergutz trotz seiner starken Spastik in den Händen die Tastatur gezielt bedienen. 

Die Bedienung der Maus läuft technisch noch nicht optimal. Nachdem ein alternativer Versuch gescheitert ist, muss ein geeignetes Hilfsmittel hierfür noch gefunden werden. Meik Viergutz schlägt eine Kopfsteuerung vor. Die Ausrüstung mit Hilfsmitteln, um Computertechnik auch für Menschen mit schweren Körperbehinderungen leichter oder grundsätzlich nutzbar zu machen, ist kompliziert und oft kostspielig. Häufig gibt es Auseinandersetzungen oder Unklarheit zwischen Krankenkassen und Sozialamt darüber, wer welche Kosten für welches Hilfsmittel übernimmt. 

Gerade dann, wenn das Hilfsmittel im Rahmen einer Maßnahme, also in der Tafö, genutzt werden soll. Das Integrationsamt, welches sonst Arbeitnehmer mit Behinderung fördert und den Arbeitgebern Hilfsmittel für die Arbeit finanziert, kommt als Unterstützung für die Tafö nicht infrage. Denn die Beschäftigten nehmen nicht eine Maßnahme zur Teilhabe an Arbeit teil, sondern an einer Maßnahme zur Teilhabe in der Gesellschaft. Diese finanziert ausschließlich der Sozialhilfeträger. Dennoch will die Tafö ihren Anspruch, Teilhabe an der Arbeitswelt und berufliche Bildung anzubieten, weiter umsetzen und deutlich machen. 

Deswegen soll in der Tafö in Bothfeld im Erdgeschoss als feststehendes Arbeitsangebot ein Bürotechnikraum entstehen. Dort wird es neben Vorrichtungen zum  Lochen, Heften, Schneiden, Laminieren, Schreddern und Kopieren zwei bis drei PC-Arbeitsplätze für Beschäftigte geben. Meik Viergutz freut sich schon jetzt auf diesen neuen Arbeitsraum, dann habe er mehr Ruhe zum Schreiben. Andrea Sewing, Leitung der Tafö, hat zusammen mit den Mitarbeitern weiterhin die Idee, in diesem Bürotechnikraum auch eine kleine Fachbibliothek und Mediathek unterzubringen. „Es ist damit zu rechnen, dass wir relativ viel Geld in die technische Ausrüstung des Raumes und für die PCs inklusive Hilfsmittel investieren müssen. So werden wir den neuen Arbeitsraum Schritt für Schritt einrichten. Finanzielle Hilfe ist uns dabei sehr willkommen.“