Einrichtungen für Kinder und erwachsene Menschen mit Behinderung.
„Insgesamt ein toller Tag! Danke!“ „Eine schöne Idee. Es bleibt im Kopf, sich mehr um die eigene Gesundheit zu kümmern“. Ein ausgesprochen positives Fazit zogen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beim ersten Gesundheitstag der gemeinnützigen Gesellschaft für integrative Behindertenarbeit (GiB) und vergaben auf ihren Bewertungsbögen mehrheitlich die Gesamtnote „sehr gut“ bis „gut“. Rund 170 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus allen Einrichtungen der GiB beteiligten sich an der Veranstaltung in der Tagesförderstätte Vahrenwald.
Gemeinsam stellten die Mitarbeitervertretung und Geschäftsführung der GiB für sie ein eintägiges Programm zusammen, was die eigene Gesundheit in den Fokus rückte. Mit ihren Infos und Angeboten wollten die Initiatoren die Selbsterkenntnis der Einzelnen fördern, denn von ihrer Gesundheit profitieren sie nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch im privaten Leben. Schon heute ist ein Großteil der Mitarbeiter über vierzig, Zeit für sie und das Unternehmen sich den Anforderungen dieser demografischen Entwicklung zu stellen. „Wir fragen uns, was wir schon heute tun oder anfangen müssen, um in zehn Jahren oder später unsere Arbeit machen zu können, die uns wahrscheinlich noch einmal deutlich mehr abverlangt, als heute! Dabei ist die GiB als Arbeitgeber in der Pflicht, jedoch auch jeder Mitarbeiter für sich!“ erklärt GiB-Geschäftsführer Markus Kriegel.
Ausgiebig schnupperten die Teilnehmer in den verschiedenen Bewegungs-, Entspannungs- und Ernährungsberatungskursen. Darüber hinaus bewegte sie im „World Cafe“ der Berufsgenossenschaft BGW die Frage „Kann ich bis 67 gesund und munter meinen Beruf ausüben? Wie bleibe ich fit trotz täglicher Belastungen und mit welchen Belastungen habe ich zu kämpfen? Wie es um die persönlichen Gesundheitswerte bestellt war erfuhren Teilnehmer an den Mess- und Analyseständen der Barmer-GEK, des Landesapothekerverbandes, des Gesundheitszentrums Villa Vitale und der Orthopädie-Schuhtechnik Schievink.
Einen umfassenden Einstieg in den bewussten Umgang mit dem Thema Gesundheit gab die Barmer-GEK. Die Ersatzkasse war mit einem umfangreichen Präventionsangebot und der Spielkonsole Wii auf den GiB-Gesundheitstag gekommen. „Wir sind auf ein hochinteressiertes, fachkundiges und um die eigene Gesundheit besorgtes Publikum getroffen“, stellte Barmer-GEK-Vertriebsmitarbeiter Werner Rust fest.
Dichtes Gedränge herrschte dort, wo Gesine Langhorst, Gabriele Hausschild und Andrea Schwarz ununterbrochen Blutzucker, Blutdruck und BMI bestimmten. Rund 130 Blutdruck- und 110 Blutzuckermessungen führte das Team des Landesapothekerverbandes durch, das stellvertretend für die niedersächsischen Apotheken den Gesundheitstag der GiB mit kostenlosen Messungen begleitete.
Schlangen bildeten sich auch am Stand von Orthopädie-Schuhtechnik Schievink. Insgesamt 127 Fußabdrücke nahm Peter Schievink. „Probleme in der Statik des Körpers lassen sich schon mit leichten Hilfsmitteln wie Fußstützen und speziellen Einlagen ausgleichen und erleichtern das Stehen und Gehen“, erklärte Schievink, der eine regelmäßige Kontrolle der Füße empfiehlt und gleichzeitig die MBT-Schuhe als Trainingsgerät vorstellte.
Überraschungsergebnisse gab es ein paar Meter weiter. Kein einziges Analyseblatt blieb übrig, lange Schlangen bildeten sich vor der Spezialwaage „Tanita Inner Scan“. Bis zur letzten Sekunde analysierte der Sportwissenschaftler des Gesundheitszentrums Villa Vitale die Körperfett-, flüssigkeits- und Muskelmassenanteile. Deutlich bessere Werte hinsichtlich ihres Stoffwechselalters erzielten die Enddreißiger und Mittvierziger gegenüber der Generation der Mitte bis Ende Zwanzigjährigen. Die „Best Age-Kollegen“ ernährten sich bewusster und bewegten sich stärker, war das Fazit von Matthias Schwarz.
Das Thema gesunde Ernährung griff Ernährungsberaterin Daniela Marquardt auf. Was aber ist wirklich gesund und was ist mehr Schein als Sein? Wie sie Obst und Gemüse in ihren Speiseplan integrieren können, dass Direktsäfte keine Vitamin- sondern eher Zuckerbomben sind, Müsliriegel mehr versprechen als sie halten, und vieles mehr rund um die wirklich gesunde Ernährung, erfuhren Teilnehmer dieses Schnupperangebots. Jeder sollte vier bis fünf Mal am Tag je eine Handvoll Obst oder Gemüse zu sich nehmen – erlaubt sind alle Variationen, roh, gekocht, eingelegt. Noch etwas empfiehlt Daniela Marquardt: Pausen mit Genuss. Nicht schnell am Schreibtisch, sondern in Ruhe mit Genuss – auch am schön gedeckten Tisch sollte frühstücken und Mittag essen.
Eine Lernmethode, die es ermöglicht, aus alten Gewohnheiten neue Bewegungsmuster zu entdecken, die noch aus der kindlichen Entwicklung bekannt sind, stellte die Feldenkraispädagogin, Krankengymnastin und SI-Therapeutin Doris Schellig der GIB in Schnupperstunden vor. Die erlernten alternativen Bewegungsmuster helfen zum Beispiel einer schnellen Ermüdung vorzubeugen. „Die ganzheitliche Methode beschränkt sich nicht nur auf den Körper, auch kognitiv und emotional entwickeln sich Feldenkrais-Teilnehmer weiter. Die Bewegungen setzen dort an, wo Menschen etwas können“, erklärte Schellig.
Mit Pilates zeigte Susanne Görlitz, Inhaberin des Studios 1880 in Hannover, ein ganzheitliches Training, das einst für Männer entwickelt wurde und die Tiefenmuskulatur anspricht. Nur ein Effekt des Trainings sei es, dass die Wirbelsäule aufgerichtet und mobilisiert werde. Das sei etwas, was gerade bei der Arbeit in den Einrichtungen dringend gebraucht würde, so die ausgebildete Trainerin.
Gesund in die Rente – das machte der Essener Diplom-Psychologe und Organisationsberater der Berufsgenossenschaft BGW Wolf Oberkötter im „World Cafe“ zum Thema. Mehrheitlich mit einem „Vielleicht“ antworteten die Teilnehmer des „World Cafes“ auf die Frage „Glauben Sie, dass Sie bis zur Rente gesund und munter arbeiten können?“ Für „teilweise sehr wichtig“ hielt die Mehrheit der Befragten Veränderungen der Arbeitssituation, um dieses Ziel zu erreichen. Die Ergebnisse dieser neuen Moderationsmethode sollen in den späteren Prozess des betrieblichen Gesundheitsmanagements einfließen.
Gleich mit drei Angeboten war die Rückenschule Hannover beim Gesundheitstag vertreten. Nordic Walking als Herz-Kreislauftraining, Entspannung und Stressbewältigung mit dem Fokus auf den konstruktiven Umgang mit Stress sowie mit der Rückenschule. In seiner Rückenschule verfolgt Inhaber Ulrich Kuhnt einen ganzheitlichen biopsychosozialen Ansatz. Rückengesundheit habe nicht nur mit dem Rücken zu tun, sondern auch mit vielen psychischen Faktoren wie Sorgen, Ängsten, Stress sowie sozialen Faktoren, zu denen unter anderem Lob, Wertschätzung, Kooperationsbereitschaft und Arbeitsplatzzufriedenheit gehörten.
Etwas zufrieden in den Alltag schauen, positiv mit der Arbeitsplatzsituation umgehen, dies sei ein Teil der Rückengesundheit, sagte Kuhnt und empfahl Gesundheitsförderung auf allen Ebenen des Unternehmens mit weitestgehender Beteiligung der Mitarbeiter an allen Konzepten. Ebenso empfehlenswert wäre nach Ansicht von Kuhnt die Bildung eines Arbeitskreises Gesundheit, der sich konsequent mit der Frage beschäftigt: Wo drückt der Schuh bei den Mitarbeitern und welche Lösungsstrategien können wir erarbeiten?
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