Einrichtungen für Kinder und erwachsene Menschen mit Behinderung.
Für unsere Fördergruppen suchen wir eine/n
Jeder Mensch hat Träume.
Träume, die sich erfüllen oder die nicht realisierbar sind.
Doch eines ist klar: Träume werden nicht vergebens geträumt. Sie begleiten jemanden ein Leben lang, ohne sie würde man zwar existieren- aber nicht leben.
Ein afrikanisches Sprichwort besagt, dass man keine Kraft zum Kämpfen habe, wenn einem der Mut zum Träumen fehle. Lohnt es sich also für Träume zu kämpfen? Auch wenn diese Träume schwer zu verwirklichen sind? Kann man Träume ein Leben lang verfolgen? Auch wenn man eines Tages eventuell den Mut verliert, sich für seine Träume einzusetzen?
Doch einst geträumte Träume können sich auch ändern.
Diese Erfahrung habe ich während meines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Kindertagesstätte Regenbogen gemacht. Noch vor über einem Jahr war es mein Wunsch, in der Tourismusbranche Fuß zu fassen. Ich entschied mich dennoch dafür, in Form von einem FSJ diesen Traum auf die Probe zu stellen und einen Einblick in das soziale Berufsfeld zu erhalten- es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.
So hat sich mein Traum geändert. Von Reisebuchungen zu der Arbeit mit behinderten Menschen. Von kaufmännischen und administrativen Tätigkeiten zur pädagogischen und pflegerischen Begleitung. Ein Lächeln und ein jeder Fortschritt der Kinder bestärkt mich in meinem Traum, mit Kindern zu arbeiten.
Während man seine Träume erkennt und verwirklicht, lernt man einiges dazu. So auch in meinem Fall: Durch das FSJ bin ich wesentlich selbstständiger geworden, habe viel im Umgang mit Kindern gelernt und neue Fähigkeiten an mir entdeckt. Es hilft mir, meinem Traum ein Stück näher zu kommen, indem es mich auf den Beruf vorbereitet und mir einen guten Einblick in das Arbeitsfeld gewährt, was sich positiv auf meine berufliche Zukunft auswirkt. Ich bin sehr gespannt, was mich in den nächsten- und leider schon letzten Monaten meines Freiwilligen Sozialen Jahres noch erwartet und welche Erfahrungen ich noch machen werde.
Träume sind Wünsche. So viel ist klar. Wir wünschen uns die Erfüllung unserer Träume.
Doch sind Wünsche auch Träume? Wünsche ergeben sich erst aus Träumen, sie sind real umsetzbar. Träume aber oftmals nicht, zumindest nicht so einfach.
Ich wünsche mir daher noch eine tolle Zeit mit den Kindern und Kollegen der Einrichtung, noch mehr Erfahrungen zu sammeln und ganz wichtig: Den Kindern möglichst viele Wünsche zu erfüllen- um sie, vielleicht früher oder später, ihrem ganz persönlichen Traum ein kleines Stück näher zu bringen und an der Freude teilhaben zu können. Infolgedessen freue ich mich sehr auf die weitere Zeit in der Kita Regenbogen, die ich dort genießend und dankbar verbringen werde.
Sina Praus, FSJlerin der Kita Regenbogen
Es kann auch schön werden, wenn Träume platzen. Eigentlich wollte Santina Murlowski Hebamme werden, und zwar nur Hebamme. Nichts anderes kam für die 21-Jährige nach dem Abitur in Frage. Praktika beim Gynäkologen, im Kindergarten hatten ihr den Weg gewiesen. Doch dann kam alles ganz anders. Mit der Ausbildung zur Hebamme wurde es im ersten Anlauf nichts und an Alternativen hatte sie bis dahin nicht gedacht. Der Tipp, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren, kam von ihrem Stiefvater, die Initiative von Santina Murlowski.
Bei einem FSJ-Träger las sie von der GiB-Einrichtung im Prinz-Albrecht-Ring in Hannover-Bothfeld. Autistische Kinder gäbe es dort – Kinder, das war ja immerhin etwas, also griff sie zum Hörer und rief Einrichtungsleiterin Jutta Blume an. Schnell war ein persönliches Gespräch vereinbart, was einen für beide Seiten ausgesprochen freundlichen Verlauf nahm und in dem es sich auch um die Frage drehte, was sie, Santina, sich unter der Arbeit mit Menschen mit Behinderung vorstelle. Vom Alter der Menschen mit Behinderung sprachen beide nicht.
Beim anschließenden Besuch in den Wohngruppen für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen hielt Santina Murlowski vergeblich nach den autistischen Kindern Ausschau. Wo sind denn die Kinder? –fragte sie nach und war von einem Moment zum anderen in einer anderen Rolle, denn hier lebten keine Kinder, sondern erwachsene Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen. Doch statt zu kneifen, nahm die junge Frau die Herausforderung an, auch weil ihr die Einrichtung, die zu betreuenden Menschen und Mitarbeiter in der Wohngruppe auf Anhieb gefielen. Doch eine gewisse Angst, ob sie der Aufgabe auch wirklich gewachsen sei, habe sie dennoch verspürt. Schließlich hatte sie zu diesem Zeitpunkt keinerlei Erfahrung im Umgang mit erwachsenen Menschen mit Behinderung.
Doch Mitarbeiter und Bewohner hätten es ihr leicht gemacht – das Team habe sie sofort aufgenommen, habe sie behutsam und sorgfältig an die Aufgaben herangeführt und sie doch so selbstständig wie möglich arbeiten lassen. Ganz schnell sei alles gegangen, schon früh habe sie Essen angereicht oder beim Duschen geholfen. Und noch etwas habe es ihr sehr erleichtert, schnell in den WG-Alltag einzusteigen und dort zu helfen, wo geholfen werden muss. Zum einen habe sie zu keinem Zeitpunkt Berührungsängste gehabt, als ganz normale Menschen mit ihren Fehlern und Macken sehe sie die Bewohner und eine soziale Tätigkeit habe sie sich immer gewünscht. „Jetzt hatte ich die und dann habe ich das auch gemacht“, mit dieser Einstellung begann sie ihre Arbeit. Zum anderen habe sie erst einmal genau beobachtet, wie andere Mitarbeiter mit Situationen und wie auch die Menschen innerhalb der WG miteinander umgehen. Santina Murlowskis Einstellung haben Mitarbeiter und Bewohner schnell registriert und sie als vollwertige Mitarbeiterin angesehen, die auch Ideen einbringen konnte.
Ganz bewusst habe sie ein FSJ mit Schichtwechsel gewählt, auch um zu testen, ob sie dies leisten könne. Ebenfalls ganz bewusst hat sie sich für die Frühschicht entschieden, um zu prüfen, ob sie es vom Kopf her schafft, den Tagesablauf für eine größere Gruppe zu organisieren und umzusetzen. Und sie hat es geschafft.
Bereut hat Santina Murlowski den Schritt ins FSJ bei der GiB keine Sekunde, obwohl sie für die Frühschichten bereits um 4.15 Uhr aufstehen, dann eineinhalb Stunden mit dem Bus von Garbsen nach Bothfeld fahren und nach einem Achtstunden-Tag den ebenso langen Heimweg wieder antreten musste. Es hat sie auch nicht gestört, die Verantwortung für eine Wohngruppe zu übernehmen, die Menschen morgens zu wecken, ihnen beim Waschen und Anziehen behilflich zu sein, ihnen ihr Frühstück zu bereiten und sie schließlich auf den Weg in die Werkstätten und Tagesförderstätten zu schicken. Alles in einer Person sei sie manchmal gewesen, doch das habe ihre persönliche Entwicklung gefördert und sie viel lernen lassen, obwohl sie von Haus aus schon sehr selbstständig gewesen sei und auch im Familienhaushalt mitgeholfen habe.
„Das FSJ ist das Beste, was ich bis jetzt gemacht habe. Selbst das Abitur hat mich nicht so geprägt und mir persönlich soviel gebracht wie dieses eine Jahr“, ist ihr Fazit nach zwölf Monaten GiB. Das FSJ hat ihr auch den Weg in ihre heutige Ausbildung gezeigt. Gerade hat Santina Murlowski eine dreijährige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Psychiatrie an der Krankenpflegeschule Wunstorf begonnen. „Wenn ich das FSJ nicht gemacht hätte, wäre ich nicht auf die Ausbildung zur Krankenschwester gekommen. Noch nie habe ich mit psychisch Erkrankten zu tun gehabt, aber nach dem Sprung in das kalte Wasser bei der GiB traue ich mir das jetzt auch in dem neuen Bereich zu“.
Das Wichtigste, was sich für sie verändert hat, ist die persönliche Einstellung zum Leben. Nach dem GiB-Jahr macht sich die junge Frau kaum noch Gedanken um Kleinigkeiten, unterscheidet ganz bewusst, was wichtig und unwichtig ist, weiß das Leben zu schätzen und hat ihre persönlichen Wertigkeiten deutlich verschoben. „Du bist ganz anders geworden“ – das hört sie von Freunden und Angehörigen heute noch, und sie fühle sich auch deutlich reifer, überlegter und selbstbewusster. Was es bedeutet, behindert zu sein oder eine Behinderung mitten im Leben durch Krankheit oder Unfall zu erwerben, das kann Santina Murlowski heute wesentlich besser beurteilen und die eigene Lebenssituation schätzen.
Wir eröffnen Menschen im Rahmen diverser Ausbildungen die Chance, Praktika zu absolvieren. Dazu erwarten wir mindestens drei Monate vor dem geplanten Antritt eine schriftliche Bewerbung. Im persönlichen Bewerbungsgespräch erwarten wir, dass sich die Bewerber über die Tätigkeitsfelder unseres Trägers informiert haben und sicher benennen können, was sie bei uns lernen wollen. Praktika sind in den voll- und teilstationären Arbeitsbereichen möglich.
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an die Einrichtungsleitungen in den gewünschten Arbeitsfeldern.
© 2009 - GiB Hannover | Kontakt | Impressum | Rechtliche Hinweise
11 queries. 0,294 seconds.