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Sorgen für morgen

Ein Fonds für die schnelle Lösung persönlicher Notsituationen von Menschen mit Autismus

Im vergangenen August feierte die GiB-Wohngruppe für Menschen mit Autismus in der Grünaustraße 15 ihr 25-jähriges Bestehen. Im Zuge des Jubiläums entstand das Projekt „Sorgen für morgen”, eine Initiative von Eltern und Mitarbeitern der Gemeinnützigen Gesellschaft für integrative Behindertenarbeit (GiB).

Ein Projektziel ist es, das Bewusstsein der Mitmenschen zu schärfen, ihnen zu zeigen, dass diese Menschen mit Behinderung nicht in der Lage sind, finanziell für sich zu sorgen, dass aber morgen oder in absehbarer Zukunft eine materiell prekäre Situation entstehen kann. Dieses erfordert bereits heute eine finanzielle Vorsorge. An diesem Punkt setzt die GiB an und bildete einen Fonds.

Denn mit dem Jubiläum ist nicht nur ein Blick zurück verbunden, sondern vor allem einer in die Zukunft. Freude über die gelungene Arbeit des einstigen Modellprojekts vermischt sich hier mit wachsender Sorge, denn die Bewohner sind inzwischen Mitte 40, ihre Eltern und Angehörigen entsprechend älter. Die Angst bei der Frage, was wird aus meinem Kind, wenn ich nicht mehr bin, oder wenn meine Lebenssituation durch Krankheit oder Unfall eine weitere Unterstützung meines Kindes nicht mehr zulässt, rückt bei den Eltern immer stärker in den Vordergrund. Dies spielt sich auch vor dem Hintergrund begrenzter finanzieller Mittel ab. Die Kosten für die Betreuung in der Wohngruppe, die Unterkunft und Verpflegung trägt das Sozialamt.

Jedem Bewohner stehen monatlich nur knapp 90 Euro „Taschengeld” zur freien Verfügung. Davon werden Kosmetika, Freizeiten, Ausflüge, aber auch entwicklungsfördernde Therapien, die die Krankenkassen nicht übernehmen, bezahlt. Für Bekleidung steht ihnen pro Jahr ein Budget von 282 Euro zur Verfügung. „Ohne finanzielle Unterstützung der Eltern geht es einfach nicht, da das Sozialamt wirklich nur das Notwendigste finanziert”, so Geschäftsführer Markus Kriegel.

Genau hier setzt das Projekt an. Mit ihm möchten wir diese Rahmenbedingungen langfristig sichern und den Menschen, unabhängig von der Einkommenssituation der Eltern, eine Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Der Fonds soll helfen, künftig einzelne Notsituationen schnell und unbürokratisch zu lösen, entwicklungsfördernde Therapien zu ermöglichen und Anschaffungen zu tätigen, die weder vom Kostenträger noch von der GiB finanziert werden können, die aber die Lebenswelt des autistischen Menschen erträglicher gestalten.

Auf Dauer werden einzelne Eltern oder gesetzliche Betreuer ihre Angehörigen, z. B. für Therapien, nicht mehr unterstützen können. Es gibt schon jetzt Eltern, denen die Finanzierung einer Kunst- oder Musiktherapie nicht mehr möglich ist, obwohl diese ihrem Angehörigen hilft, seine Gefühle und Gedanken aus der autistischen Welt nach außen zu tragen. Der GiB ist bewusst: Diese Zahl wird weiter steigen, ebenso die Notwendigkeit von Spenden, um den Menschen mit Behinderung ein lebenswertes Umfeld zu erhalten.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann auf das Konto Evangelische Kreditgenossenschaft, Kontonummer 100 601 500, Bankleitzahl 520 604 10 spenden.

Weitere Informationen:

Einrichtungsleitung der Wohngruppen

Für Menschen mit Autismus

Dipl.-SozPäd. Ute Wiltshire

Telefon 0511-67 67 59 35

E-Mail: wohngruppen.aut@gib-hannover.de

oder

Geschäftsführer

Dipl.-Kfm. Markus Kriegel

Telefon 0511-67 67 59 0

E-Mail: kriegel@gib-hannover.de

Dieser Beitrag wurde am 27. Januar 2012 um 11:11 geschrieben und in der Kategorie Aktuelles abgelegt.

 

 

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