Das war der 2. Hannoversche Autismus-Fachtag 2026

Ein Tag voller Eindrücke! Von der Hoffnung des Aufblühens trotz belastender Erlebnisse in einer Umgebung, die nicht für mich gemacht ist, über Gänsehautmomente durch Beziehung als primären Faktor in der Begleitung von Menschen im Spektrum bis zu einer sehr persönlichen Geschichte.

Eine Person steht auf der Bühne und hält ein Mikro in der Hand. Neben ihm ist ein Rednerpult. Auf grünem Hintergrund steht in weißer Schrift: „Prof. Dr. habil. Marek Grummt. Anpassen, aushalten – oder aufblühen? Autistische Kinder und Jugendliche im Spannungsfeld von Masking, Burnout und Selbstfindung.“

Eine Person steht hinter einem Rednerpult auf einer Bühne. Hinter ihr ist eine Leinwand zu sehen, auf der eine Präsentation projiziert ist. Auf grünem Hintergrund steht in weißer Schrift: „Natascha Németh. Wie Gänsehautmomente entstehen – Beziehungsorientierte Entwicklungsbegleitung von Kindern im Autismus-Spektrum.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Anpassen, aushalten – oder aufblühen?“

Den Start machte Prof. Dr. habil. Marek Grummt, Lehrstuhl für Pädagogik bei körperlichen und komplexen Behinderungen, Universität Würzburg. In seinem Vortrag „Anpassen, aushalten – oder aufblühen? – Autistische Kinder und Jugendliche im Spannungsfeld von Masking, Burnout und Selbstfindung“ zeigte Grummt nach einer kleinen Einführung in die Neurodiversitätsforschung auf, was Masking bedeutet und welche (negativen) Auswirkungen es für autistische Kinder und Jugendliche hat. Er machte aber auch deutlich, dass aufblühen durchaus möglich ist und wie die Säulen Familie, Freundschaften, Kita, Schule und Arbeit dabei unterstützen können.

 

„Wie Gänsehautmomente entstehen“

Natascha Németh, Leitung Fachdienst Teilhabe und Beratung bei der GiB gGmbH Hannover, sprach mit ihrem Vortrag „Wie Gänsehautmomente entstehen – Beziehungsorientierte Entwicklungsbegleitung von Kindern im Autismus-Spektrum“ vielen anwesenden Fachkräften und Eltern aus der Seele. Denn sie hob die Beziehung als erste und wichtigste Grundlage für die Begleitung von Menschen im Spektrum heraus.

 

Eine Person steht hinter einem Rednerpult auf einer Bühne. Sie gestikuliert mit einer Hand. Auf grünem Hintergrund steht in weißer Schrift: „Dr. Gloria Gehb. Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Autismus-Spektrums und des Selektiven Mutismus.“  Eine Person steht auf einer Bühne und gestikuliert mit einer Hand. Vorne im Bild sitzt das Publikum. Auf grünem Hintergrund steht in weißer Schrift: „Karin Hackl. Sozio-emotionale Entwicklungsdiagnostik als Grundlage individueller Förderung bei Autismus.“ Zwei Personen stehen auf einer Bühne. Eine ist hinter dem Rednerpult und spricht in ein Mikrofon. Die andere Person steht daneben. Auf grünem Hintergrund steht in weißer Schrift: „Dr. des. Katrin Ehrenberg und Karoline Markowski. Erwachsen-Werden mit Autismus und hohem Unterstützungsbedarf.

 

„Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Autismus-Spektrums und des Selektiven Mutismus“

Wie differenzieren wir zwischen Selektivem Mutismus und dem Autismus-Spektrum, wenn auf den ersten Blick einige Verhaltensweisen gleich wirken? Dr. Gloria Gehb von der Justus-Liebig-Universität Gießen, Abteilung für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, bat die Fachkräfte im Raum, Eltern keine vorschnellen Hypothesen zu Diagnosen mitzuteilen, sondern Verhalten gut zu beobachten und zu beschreiben. Dies könne helfen, den diagnostischen Herausforderungen gut zu begegnen.

 

„Sozio-emotionale Entwicklungsdiagnostik als Grundlage individueller Förderung bei Autismus“

Karin Hackl vom schulischen Beratungszentrum der Carl-August-Heckscher-Klinik München und der LMU München berichtete in Anlehnung an Zepperitz und Conty (2022) über die Möglichkeiten, intellektuell beeinträchtigte Menschen im Autismus-Spektrum individuell zu begleiten. Auch ging es darum, die sozio-emotionale Entwicklungsdiagnostik zu nutzen, um passgenaue Förderung zu ermöglichen.

 

„Erwachsen-Werden mit Autismus und hohem Unterstützungsbedarf“

Ein ganz persönlicher Moment bildete den Abschluss der Veranstaltung. Karoline Markowski kam zusammen mit Dr. Katrin Ehrenberg von der Leibniz Universität Hannover auf die Bühne und berichtete über die Begleitung und Unterstützung ihrer jetzt 21-jährigen Tochter im Spektrum. Die Teilnehmenden erhielten einen Einblick, wie persönliches Budget genutzt werden kann, um gemeinsam mit der Familie, der Schule, der Tagesförderstätte, persönlichen Assistenzen und Therapeut*innen eine entwicklungsfördernde Umgebung zu schaffen. Diese wurde über die Jahre immer wieder angepasst und verändert, damit sie zur aktuellen Lebensrealität der Tochter passte.

 

Einige Menschen stehen in einem Foyer vor einem GiB-Infostand. Sie unterhalten sich angeregt. Mehrere Personen sind im Foyer vor einem Büchertisch. Eine Person greift gerade nach einem Buch. Zwei Personen stehen auf einer Bühne. Eine Person überreicht der anderen gerade einen Blumenstrauß. Beide lächeln sich gegenseitig an.

Im Foyer gab es neben Infoständen und einem Büchertisch von Diana Künne, Pädagogischer Verlag und Buchhandlung, auch genügend Zeit zum Austausch und leckeres Fingerfood.

Vielen Dank an alle Referent*innen für ihr Engagement zum Thema Autismus und an das Team vom Fachbereich Fortbildung für die tolle Organisation!

 

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